10.03.2014 - Überführung unserer FK9 (Ultraleichtflugzeug) nach Strausberg

Der 21.02.2014 war fast ein ganz normaler Abend. Wir gingen in einer großen Gruppe in den Wintergarten und belustigten uns bei der Varieté-Show „Breakin-Mozart“.
Das unnormale an dem Abend war, dass ich danach nicht mit Claudi nach Strausberg gefahren bin, sondern zu Steffen. Grund des Ganzen war, dass wir am nächsten Morgen gegen 06.00h von Tim und seinem Vater in Köpenick abgeholt wurden. Es stand ein Ereignis bevor, welches mich aufgrund der Aufregung schon vor dem Wecker erwachen ließ: Wir werden nach Aalen-Elchingen fahren und UNSERE neu erworbene Fk9 Mk IV nach Hause überführen! (Text u. Bilder: Paul R.)

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Am 15.02. waren wir schon einmal dort. Wir hatte einen Termin vereinbart, um uns einen Kandidaten für unseren UL-Kauf anzusehen. Letztendlich hatte uns das Preis-Leistungsverhältnis überzeugt, und nach kurzen Verhandlungen wurden die Verträge unterschrieben. Leider ließ das Wetter und die vorangeschrittene Zeit an diesem Tag keinen Rückflug mehr zu. So mussten wir es auf den 22. verschieben.

05.15h aufstehen, kurz Frühstücken und los gings. Pünktlich um 06.00h trifft der Lieferwagen von Lidl auf dem Parkplatz ein welchen wir zur gleichen Zeit verlassen. Ca. 580km lagen vor uns. Auf der Autofahrt blieb uns genügend Zeit, noch etwas Schlaf nachzuholen. Nach einem kleinen Frühstück im Brückenrestaurant Frankenwalde, welches früher einen guten Blick auf die innerdeutsche Grenze bot, ging es weiter und wir konnten noch einmal über die geplante Flugstrecke und das Wetter sprechen. Im Großen und Ganzen war schönes Wetter vorhergesagt, jedoch wurde auch vor eingelagerten Schauern und absinkender Basis berichtet. Wir sprachen also verschiedene Streckenmöglichkeiten zum Durch- oder Umflug von Nürnberg und zur Überquerung des Thüringer Waldes durch und einigten uns darauf, den finalen Flugweg spontan in der Luft je nach Wetterlage zu entscheiden. 1h vor Ankunft in Aalen zeigten sich die ersten Quellwolken. Nach der sehnlichst erwarteten, aber planmäßigen Ankunft in Aalen, bereiteten wir uns kurz im Tower auf den Flug vor, falteten die Karten, gaben die Wegpunkte ins Ipad ein, holten das aktuelle Wetter und den Schlüssel zu Halle 4. Dort mussten wir noch einige Flieger umschachteln, um die „MOSE“ aufs Vorfeld zu schieben. Dann hieß es Vorflugkontrolle durchführen, Gepäck einladen, unsere Taxi-Crew verabschieden und anschnallen. Dann erwachte die „MOSE“ zum Leben. In der Aufregung kamen uns die Minuten des Warmlaufens fast wie Stunden vor. Nachdem die Öltemperatur endlich die 50°C überschritten hat, rollten wir nach Anweisung der netten Tower-Dame zur Piste 27. Am Rollhalt nochmal die Checkliste durchgehen, und ab geht’s. Auf der Piste atmen wir noch einmal durch und ich schiebe den Gashebel vor. Trotz zwei Personen an Board, vollen Tanks und der Flugplatzhöhe von 500m beschleunigt die FK9 sehr stark und steigt nach kurzer Rollstrecke mit beachtlichen 1200ft/min gen Himmel. Noch im Steigen verabschiedeten wir uns von Aalen in Richtung Norden. Vorerst fliege ich und Steffen navigiert.
Wir lassen Nürnberg östlich von uns liegen und treffen auf gut ausgebildete Wolkenstraßen.  Entgegen der Natur der Segelflieger, fliegen wir nicht unter den Wolkenstraßen, sondern dazwischen. Leider lässt die Basis vorerst nur ein Fliegen knapp über der empfohlenen Mindesthöhe zu. Bei weiter ansteigender Basis erblicken wir voraus den Thüringer Wald. Ein großer wolkenfreier Bereich voraus erlaubt uns ein sicheres Überqueren des Gebirges. Dabei überfliegen wir etliche Stauseen, welche einen ziemlich niedrigen Wasserstand aufwiesen. Links und rechts von unserem Flugweg hängen die Wolken deutlich unter unserer Flughöhe. Als das Gelände wieder flacher wird, übernimmt Steffen das Steuer und ich navigiere. Mit bester Sicht geht es östlich an Leipzig vorbei. Nach einiger Zeit taucht am Horizont das Tropical Islands auf. Nach dem Überflug, und der Feststellung, dass wir den Parkplatz noch nie so voll gesehen haben, sinken wir ein wenig und winken den Friedersdorfern. In 2000ft geht es weiter in nordöstliche Richtung und wir melden uns in EDAY an. Info war anfangs etwas verwirrt, die Stimme im Funk war bekannt, aber der Flugzeugtyp und das Kennzeichen war neu. Trotz dessen einigten wir uns auf eine Landung auf der 23. Nach Steffens Aussage vollführte ich diese auch mit Bravur. Es kamen schon einige Glücksgefühle hoch, als das Fahrwerk Strausberger Boden berührte. Jetzt erwartete uns noch das unbeliebteste an der ganzen Aktion, wir mussten das Flugzeug putzen bevor wir es in unsere Halle stellten. Nach dem Putzen folgt das Landebier und wir lassen den Abend gemütlich ausklingen und erfreuen uns an schönen Erinnerungen.

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