06.09.2015 - Zwei 2. Plätze beim LJVF in "Hütte"

Zwei junge Piloten unseres Vereins haben beim LJVF des Landes Brandenburg (= LandesJugendVergleichsFliegen) in "Hütte" (= Eisenhüttenstadt) punktgleich den zweiten Platz errungen!

Bei den heutigen widrigsten Windbedingungen war dies eine großartige fliegerische Leistung von Marcel Koch und Niklas Winter. Herzlichen Glückwunsch!

Damit konnten sich beide für das Bundesjugendvergleichsfliegen auf dem 750 km entfernten Flugplatz Klippeneck in zwei Wochen qualifizieren.

(Unten nach den Fotos der Link zum vollständigen Bericht!)

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Als Glücksbringer immer dabei: unser Maskottchen, der „Vogel Strauß“, auf der Nase
des Astir CS Jeans des Strausberger Teams. Im Cockpit Florian Pönig.(Foto: Kubitz)

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Am Start des von den Eisenhüttenstädtern gut organisierten Wettbewerbes (Foto: Jörg Hanisch)

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Macht immer wieder Freude, ihn zu sehen: der Pirat. (Foto: Jörg Hanisch)

 
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Obwohl die aktuelle Ausschreibung entgegen vergangener Wettbewerbe eigenartigerweise
keinen Doppelsitzer zuließ, war in Eisenhüttenstadt dennoch ein Puchacz dabei. Ihn flogen
die polnischen Gäste, die so einen Wettbewerb wie das Jugendvergleichsfliegen in ihrer Heimat
gar nicht kennen. (Foto: Jörg Hanisch)

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Das Strausberger Team – von links: Niklas Winter und Marcel Koch (beide Platz 2),
Max Lemke (Betreuer), Viktor Schmitt (17.), Florian Pönig (14.) und Ron Kwiatkowski (6.)
(Foto: Frank-Dieter Lemke)

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Alle Teilnehmer (Foto: Frank-Dieter Lemke)

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Alle Teilnehmer (Foto: Frank-Dieter Lemke)

 

Hier der vollständige Bericht:

 

Dreimal zweiter Platz in „Hütte“

Jugendvergleichsfliegen des Landes Brandenburg in Eisenhüttenstadt

Zwei Strausberger C-Piloten, Marcel Koch und Niklas Winter, errangen beim Landesjugendvergleichsfliegen in Eisenhüttenstadt vom 4. bis 6. August mit gleicher Punktzahl den gemeinsamen Podestplatz zwei und auch ihr Team kam in der Vereinswertung des Landes Brandenburg auf den zweiten Rang. Der Sieger des Wettbewerbes heißt Sascha Dey; er ist Lizenzinhaber und fliegt in Bronkow.

Ihre hervorragenden Platzierungen kamen unter außergewöhnlich schwierigen Flugbedingungen zustande, weil der ständig böig auffrischende Wind insbesondere die Landeeinteilung und die geforderte Ziellandung erschwerte. Ihr Können bewiesen die jungen Segelflieger, unter ihnen erstmals drei polnische Piloten, auch beim Start, bei Vollkreisen mit Überleiten, bei der Rollübung sowie beim Seitengleitflug im Landeanflug. Seine Erlebnisse an diesen Tagen schildert Niklas Winter:

„Für uns Strausberger mit unserem Betreuer Max Lemke begann der Wettbewerb bereits am Freitagmorgen. 9 Uhr war Treff, um noch einmal für das Vergleichsfliegen zu üben – leider durften nur die drei Lizenzinhaber trainieren, weil kein Segelfluglehrer anwesend war, und uns gelangen auch nur fünf Starts, weil es anfing zu regnen.

Nach Eisenhüttenstadt brachen wir mit zwei Autos und einem Astir CS Jeans auf. Dabei lernten wir die Umgebung der Stahl- und Walzwerkerstadt recht gut kennen, denn wir verfuhren uns gleich mehrmals und trafen deshalb ziemlich spät ein. Dafür konnten wir unsere Einweisungsflüge bei schönstem Sonnenuntergang absolvieren. Allerdings beschlich mich bei diesem Flug auch ein mulmiges Gefühl, denn der Flugplatz ist im Unterschied zu Strausberg vollständig von Wald umgeben und die Bäume, die man im Anflug überquert, sind ungewohnt hoch.

Der erste Wertungsdurchgang begann um 7.45 Uhr mit einem Feldbriefing. Lag es an der Aufregung oder am anspruchsvollen Wetter, dass gleich der erste Pilot vergaß das Fahrwerk auszufahren? Ich selbst bemerkte das erst, als alle am Start „Fahrwerk! Fahrwerk!“ schrien und das Rad tatsächlich noch rechtzeitig, wenn auch in drei Metern Höhe, herauskam. Vermutlich hatte jemand den Piloten über Funk gewarnt und alle atmeten erleichtert auf.

Aber es blieb nicht das einzige Missgeschick in diesem Wettbewerb. Ein Pilot aus unserem Team verfehlte sogar um mehrere hundert Meter das Landefeld – und das seitlich! In dreißig Meter Höhe bemerkte er erstaunt, dass sich die Kampfrichter weit links von ihm befanden und eben nicht rechts – was für ein Irrtum! Seine Entscheidung, dennoch den Anflug fortzusetzen und nicht zur eigentlichen Landebahn hinüberzukurven, fand ich gut und wir konnten schließlich alle darüber lachen. Mit meinem Flug war ich recht zufrieden, denn die Probleme, die ich mit dem Wind hatte, hatten noch weit mehr die anderen Piloten.

Beim zweiten Wertungsflug, der mehrmals wegen kleinerer Schauer unterbrochen werden musste, hatten sich wohl fast alle an die Bedingungen gewöhnt. Aber auch jetzt flogen nicht alle Piloten ihre Figuren mit der gewohnten Genauigkeit. Nuller bei den Landungen gelangen eigentlich nur dann, wenn der Wind gelegentlich abflaute. Ich war wiederum mit meinem Flug zufrieden, denn durch das Feedback unseres Betreuers Max ahnte ich schon, dass ich mindestens in der besseren Hälfte des Feldes einkommen würde.

Der dritte Durchgang mit der hochgezogenen Fahrtkurve als Wertung musste abgebrochen werden, weil das Wetter noch schlechter wurde und die Flugsicherheit gefährdet war. Durch die kluge Entscheidung der Jury konnten wir noch rechtzeitig vor dem Starkregen und dem Sturm die Flugzeuge abrüsten.

Anstelle des dritten Fluges trat ein schriftlicher Theorie-Test. Jene Piloten, die beim praktischen Teil doch einige Fehler gemacht hatten, hofften nun, sich durch ihre theoretischen Kenntnisse noch wesentlich verbessern zu können. Die Fragen waren neu für uns, stammten nicht aus dem bekannten Fragenkatalog und durchaus schwierig zu beantworten. Die anwesenden Fluglehrer beaufsichtigten uns mit Argusaugen, um jeglichen Austausch der Piloten untereinander bereits im Keim zu ersticken. Ich hatte nur vier Fehler, war also gut dabei.

Der Abend klang mit Grillen und gutem Essen sowie einem Lagerfeuer angenehm aus, während im Hangar die einheimische Schüler-Rockband „Schleudergang“ spielte - nicht unbedingt mein Fall.“

In vierzehn Tagen werden die drei Erstplatzierten für den Luftsport-Landesverband Brandenburg beim Bundesjugendvergleichsfliegen auf dem fast 800 km entfernten Klippeneck starten. Das ist die weiteste Anreise, die es für Brandenburger Piloten je bei einem Bundesjugendvergleichsfliegen gab. „Mit 975 Meter MSL der höchstgelegene Segelflugplatz Deutschlands, der nach Westen hin steil ins Tal abfällt – das wird sehr interessant werden!“, so Niklas, der sich auf diese Herausforderung sehr freut.

(Frank-Dieter Lemke)

Einzelwertung Brandenburg

Rang Nachname Vorname Verein Punkte
1 Dey Sascha FC Bronkow 12,7
2 Koch Marcel FC Strausberg 13,7
2 Winter Niklas FC Strausberg 13,7
4 Grundke Philipp FSV Finsterwalde 14,7
5 Spruth Johannes FC Bronkow 19,7
6 Kwiatkowski Ron FC Strausberg 20,3
6 Ullrich Arved FSV Eisenhüttenstadt 20,3
8 Scholz Mathis FK Brandenburg 20,7
9 Andreev Eduard FC Bronkow 24,7
10 Großmann Mirco FC Bronkow 27,7
11 Hegewald Felix FC Bronkow 28,3
11 König Elias FC Bronkow 28,3
13 Winter Max FK Brandenburg 28,7
14 Pönig Florian FC Strausberg 30,3
14 Weinert Marvin FK Wittstock 30,3
16 Grundmann Even Levi FK Wittstock 31,3
17 Schmitt Viktor FC Strausberg 36,0
Gast Majewski Woijtek Aero Club Ziemi Lubuskiej 27,0
Gast Haladyn Kamil Aero Club Ziemi Lubuskiej 28,3
Gast Wolna Zosia Aero Club Ziemi Lubuskiej 56,7

Teamwertung Brandenburg

1          FSV Finsterwalde / FSV Eisenhüttenstadt  17,5

2          Flieger-Club Strausberg                             22,8

3          Fliegerclub Bronkow                                  23,6

4          Fliegerklub Brandenburg                            24,7

5          Fliegerklub Wittstock                                30,8

Gast     Aero Club Ziemi Lubuskiej                         37,3

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